Was ist Hochlandkaffee?
Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei Hochlandkaffee um Kaffee, der in höher gelegenen Gebieten (1.000 bis 2.000 Meter Höhenlage) angebaut wird. Ab 1.500 Metern Höhenlage spricht man dabei von „reinem Hochlandkaffee“. Häufig werden auf diese Weise insbesondere Arabica-Bohnen angebaut.
Was bringt der Hochland-Anbau?
Kaffeepflanzen, welche in höheren Lagen angebaut werden, wachsen deutlich langsamer als Tieflandsorten. Das liegt zum einen daran, dass die Temperaturen in den Bergen häufig niedriger sind, wodurch sich die Reifezeit der Kaffeekirschen verlängert. Zum anderen bekommen höhergelegene Pflanzen durch Wolken und Nebel weniger Sonnenlicht, welches sie für die Fotosynthese benötigen. Weniger Licht bedeutet demnach, dass die Pflanzen ebenfalls weniger CO2 aufnehmen können – von dem in der dünnen Gebirgsluft ohnehin weniger vorhanden ist. Auch die höhere Regenrate spielt eine wichtige Rolle. Denn der vermehrte Niederschlag in den höhergelegenen Anbaugebieten spült wichtige Nährstoffe aus dem Boden, welche die Kaffeepflanze zum Wachsen benötigt. Wenig Licht, übermäßiger Niederschlag, dünne Luft und niedrige Temperaturen sorgen also dafür, dass die Kaffeepflanze in höher gelegenen Gebieten langsam und gemächlich wächst. Dabei bleibt sie mit vier bis fünf Metern durchschnittlicher Wuchshöhe deutlich hinter ihren Artgenossen aus dem Tiefland zurück – deren durchschnittliche Wuchshöhe liegt bei acht bis neun Metern.
Bessere Aromen durch langsameres Wachstum
Zwar klingt das verlangsamte Wachstum zunächst nach einem Nachteil; jedoch wissen Kaffeepflanzen die zusätzliche Zeit durchaus zu nutzen. So entwickeln sie durch die verlängerte Reifezeit deutlich mehr Zucker und Lipide (Fette und Öle). Durch die erhöhte Konzentration dieser geschmacksintensivierenden Inhaltsstoffe erhält der Hochlandkaffee besonders ausgereifte und vielfältige Aromen. Dieser Effekt wird noch verstärkt durch den verringerten Gehalt an Chlorogensäure im Kaffee, denn auch deren Bildung wird durch die Klimabedingungen gehemmt. Aus diesem Grund ist der Kaffee aus dem Hochland oft besonders mild und verträglich. Der einzige Nachteil: auch die Koffeinproduktion leidet unter dem langsamen Wachstum; aus diesem Grund enthält Kaffee aus höhergelegenen Anbaugebieten oft weniger wachmachende Inhaltsstoffe.
Ist die Qualität von Kaffee aus dem Hochland immer besser?
Durch die längere Reifezeit in Höhenlage hat die Kaffeepflanze Gelegenheit, schonend besonders viele Geschmacksstoffe zu bilden, wodurch die Kaffeekirschen ein außergewöhnlich feines und vielfältiges Aroma entwickeln. Hochlandkaffee hat aus diesem Grund häufig einen besonders harmonischen Geschmack, den Kaffeekenner oft als „schokoladig“ beschreiben. Neben der Höhenlage sind jedoch auch Faktoren wie die Röstung und Lagerung entscheidend für die Qualität des Kaffees. Diese unterscheiden sich von Anbaugebiet zu Anbaugebiet. Die Bezeichnung „Hochlandkaffee“ ist demnach kein eindeutiges Indiz für eine bessere Kaffeequalität.
Wo wird Hochlandkaffee angebaut?
Kaffeepflanzen sind sensibel, wenn es um extreme Wetterbedingungen und Temperaturen geht. Aus diesem Grund wird Kaffee in der Regel in Ländern rund um den Äquator angebaut: dem sogenannten „Kaffeegürtel“. In diesen Ländern herrscht ein mildes Klima ohne extreme Kälte oder Hitze und mit ausreichend Niederschlag. Häufige Anbaugebiete für Hochlandkaffee sind dabei besonders Kenia, Costa Rice und Äthiopien.